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Scientia Umbrarum – das Schattenprojekt

"Im Schatten der Kathedrale fühlt sich der Teufel am wohlsten."

Klarer kann erratische Architekturkritik nicht formuliert werden.

Die Architekten der Kathedralen achteten sehr genau darauf, wohin der Schatten fiele, würde das spätere Bauwerk ihn erst einmal werfen, auch wenn der Satz vom Teufel, der sich im Schatten der Kathedrale am wohlsten fühlt, als Kritik an den sozialen Verhältnissen und gesellschaftlichen Umtrieben des Klerus interpretiert werden kann.

Der Substanzlosigkeit des Schattens steht eine starke Schattenmetaphorik gegenüber, ein mythisches Relikt in einer sich rational gebärdenden Gesellschaft. Die Schattenmetapher steht für Bedrohungen und Ängste von nahezu archaischen Ausmaßen. Die Schattenmetapher kommuniziert das Unaussprechliche, repräsentiert was sich nicht recht nachweisen lässt. Die Schattenmetapher kündet vom alten Widerstreit zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse.

Die Fantasie hat dem Schatten immer mehr zugetraut, als er physikalisch hergibt. Der Schatten kann Sinnbild sein für ein verselbstständigtes Böses.

Der Schatten ist eine illusionäre Größe, von dessen möglicherweise mächtigen Ausdehnung nicht auf die tatsächliche Größe des schattengebenden Objektes zu schließen ist.

Der Schatten eines Turmes ist bisweilen größer als der Turm.

Der Schatten ist ein Ort von geringer Helligkeit.

Der Schatten ist ein Loch im Licht.
Fischerinsel Berlin 2003 – ZdU
Schatten- und Türsituation T9 ZdU
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