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Beobachtungsgruppe Swastika

Die Swastika (das Hakenkreuz) fällt – außer zu genau definierten Ausnahmen, etwa in der geschichts-wissenschaftlichen Forschung, im religiösen Kontext von Buddhismus oder Hinduismus und selbstverständlich in der Kunst – unter die Bestimmungen der gesetzlichen Regelungen zur Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen. Die Verwendung eines Hakenkreuzes stellt eine Straftat dar, etwa wenn es an der Kleidung getragen wird. Der Umgang mit solchen Zeichen ist durch den Paragrafen 86 des Strafgesetzbuches geregelt. Wenn es auf eine Hauswand geschmiert wird, kommt noch der Straftatbestand der Sachbeschädigung hinzu.

Wichtige Ergebnisse der Dokumentation von im Alltag aufscheinenden Zeichen, die Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen ähneln, werden auf dieser Seite abgebildet. Beispiele für einen Umgang mit dem Hakenkreuz in ausdrücklich politisch gemeinten Kontexten finden sich > hier.

Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass bestimmte Designs, wie etwa einige der hier rechts gezeigten, absichtlich dem Original-Nazi-Hakenkreuz nachgestaltet sind. Die Beobachtungsgruppe Swastika beobachtet jedoch prinzipiell jedes Aufscheinen solcher Symbole oder Symbolähnlichen, egal ob sie absichtlich in einem politischen Zusammenhang verwendet werden oder den Zeichen verfassungsfeindlicher Organisationen nur ähneln oder anderweitig von solchen hergeleitet sind oder sonstwie bewusst oder unbewusst mit solchen in einem Herkunfts- oder Bedeutungszusammenhang gestellt werden, ohne explizit politisch wirken zu wollen.

Die im asiatischen Raum gebräuchliche Verwendung der Swastika zur Kennzeichnung von Lebensmitteln sowie Sichtungen von Nahrungsmittelarrangements in Form von Hakenkreuzen, die dem Institut immer wieder angetragen werden, sind in der Kategorie > Bad Food dokumentiert. Darunter finden sich auch Beispiele, die explizit politisch sein wollen, wie etwa der Geburtstagskuchen eines Nazikindes, oder die Torte zum Geburtstag des "Führers". Bei anderen, etwa diversen Keksbäckereien, ist nicht klar, ob es sich um einen spät-pubertären Umgang mit dem durch die Nazis verbrauchten Symbol handelt oder ob hier an die Tradition der > Verwendung der Swastika als Glückssymbol angeknüpft werden soll.

Weitere Ergebnisse, besonders solche im Kontext politisch-pornografischer Manifestationen, werden in der Kategorie > Verbotene Graffiti NAZI/Porno gezeigt. Dass PORNO, also pornografische Graffiti ebenfalls von der BG Swastika bearbeitet werden, liegt in einer gewissen Zweckmäßigkeit begründet. Es stellte sich heraus, dass sich nazistische und pornografische Graffiti ihren Raum teilen: Bauzäune, Pissoirs, unter Brücken, in toten Winkeln.

In der erratisch-architekturkritischen Kategorien > Kritik der Oberfläche (dort den Kategorien > Muster und Mäander) sowie > Territorial- und Sicherheitsarchitektur werden Hakenkreuze und Hakenkreuzähnliche dokumentiert, die sich aus geometrischen Anordnungen ergeben, die dekorative Funktionen erfüllen, jedoch nicht politisch sind. Bauliche Strukturen in Hakenkreuzform, die ebenfalls der erratischen Architekturkritik zuzuordnen sind, werden auf dieser Seite gezeigt.

Beispiele, in denen hakenkreuzähnliche Elemente angeblich versehentlich in Erzeugnisse der Bekleidungsindustrie eingearbeitet wurden, finden sich weiter unten.

Überhaupt ist die Motivation zum Hakenkreuz in vielen Fällen nicht eindeutig zu bestimmen, was zunächst selbstverständlich daran liegt, dass eine Assoziation zum Symbol der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft unabdingbar ist. Doch will jemand, der am Strand ein Hakenkreuz in den Sand prägt, wie ein Beispiel weiter unten auf dieser Seite zeigt, sagen: Ich Nazi! Nazi gut? Sicher spielen Faktoren wie der Wille zur Provokation oder Langeweile eine Rolle bei der Genese so manchen Hakenkreuzes jugendlicher Deliquenz.

Zumindest einige Verwendungen von Hakenkreuzen jedoch, abgesehen von den in Zusammnhang mit asiatischen Kulturkreisen bereits erwähnten, wollen ausdrücklich als nicht-Nazi verstanden werden. Das sind solche im esoterischen Kontext. Da wird versucht, einen Bogen zurückzuschlagen auf die Verwendung der Swastika als prä-nazistisch universales Glückssymbol. als "unschuldiges" Zeichen, das von einem "Missbrauch befreit werden und in das Arsenal der guten Zeichen zurückgeholt" werden muss. Das sind naive Unterfangen, denen an eben jener Zuschreibung "uralter Wirkmacht" gelegen ist, die eine Verwendung des Hakenkreuzes als Emblem der Nationalsozialisten so erfolgreich sein ließ. Ein irrationaler Geist wünscht sich ein reines und heiliges Zeichen. Besonders hervorgetan hat sich bei diesen Bemühungen ein Kanadier, des sich ManWoman nennt. Seine sowie weitere Beispiele im immer ambivalenten Umgang mit dem Hakenkreuz als einem positiven Symbol finden sich > hier.
> Verbotene Graffiti – NAZI/Porno
> Verbotene Graffiti – NAZI

> Verbotene Graffiti – Porno
> Anti-Graffiti-Graffiti
> Vom Umgang mit verbotenen Zeichen
> Bad Food – Böse Nahrung
> Verwendung der Swastika als Glückssymbol

> Hakenkreuze am Bau (EAK)
> Territorialarchitektur (EAK)
> Muster und Mäander (EAK)
> Das Hakenkreuz als umsatzfördernde Maßnahme (EAK)
Kein Hakenkreuz, in den Grundelementen allerdings deutlich an die Hakenkreuzfahne des "Dritten Reichs" angelehnt, ist dieses Detail einer Zigarillo-Werbung der Agentur Scholz & Friends von 1997. Angesichts des Gesamtmotivs schwer vorstellbar, dass es sich um einen Zufall handelt.
Gibt es Zufälle in der Produktgestaltung?
Die Frage stellt sich auch bei diesen Logi. Oben das einer Dachdeckerfirma aus Brandenburg, unten das der Messe des fleischverarbeitenden Gewerbes "InterMeat".
Die Triskele, eine dreiarmige – oder dreibeinige – Swastika, auf einem Flyer, Berlin 2005, im Wappen der Isle of Man, im Wappen Siziliens (trinacria, von links nach rechts)
Anzeigenwerbung FACE-Magazine 2004 Gestaltung einer Zeitschriftenseite zu einem winterlichen Strumpfhosen-Beitrag
Schaufensterwerbung
Chicago 2008
Der Ratinger Bekleidungshersteller Esprit bekam im Oktober 2006 gewaltigen Ärger wegen eines sogenannten "englischen Knopfes". Das Muster eines solchen Knopfes seit etwa 150 Jahren in Verwendung. Es ähnelt einem Hakenkreuz, manchmel mehr, manchmal weniger. Hier abgebildet sind zwei Knöpfe aus dem Esprit-Sortiment. Rechts eine älterer "echter" Hakenkreuzknopf aus Messing, dessen Herkunft hier nicht bekannt ist. Wegen der Lederknöpfe der Firma Esprit wurde von der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet.
Verlagswerbung 2006
Bereits im Mai 2006 war der Modehauskette Adler ein ähnlicher Fehler wie dem Hersteller Esprit unterlaufen. Auf einem T-Shirt-Modell waren mehrere rund ein Zentimeter große Hakenkreuze in bunte Muster eingearbeitet. Die Muster waren aufgefallen, als in der Oldenburger Innenstadt eine Frau, die mit einem solchen T-Shirt bekleidet war, von ausländischen Bürgern als rechtsradikal beschimpft worden war. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein und beschlagnahmte Kleidungsstücke in der Filiale der Firma Adler. Die Modehauskette zog daraufhin die T-Shirts in allen Filialen in Deutschland aus dem Verkehr.
Auch in dieser Gürtelschnalle, die im Sommer 2004 in einer New Yorker Boutique fotografiert wurde, steckt ein Hakenkreuz.
Mädchen mit einem "schönen Tuch": Zeit und Ort unbekannt Rucksacklogo, Berlin 2002 Stoffmuster oder "schönes Tuch" Swastikaartiges Muster auf Kleinkindbekleidung
Berlin 2008
Schaufensterdekoration mit "Reichsadler", Hakenkreuz und "Eisernem Kreuz" in Tokio, Japan, 2002. In Fernost werden Insignien des "Dritten Reiches" verhältnismäßig gerne zu Werbemaßnahmen verwendet.
Sichtung und Dokumentation des hier links oben gezeigten Verkaufsständers können als Gründungsmoment der Beobachtungsgruppe Swastika angesehen werden (1992). Solche Kleiderständer sind im Einzelhandel weithin verbreitet. Das Design ist fraglos praktisch. Ob man sich überlegt hat, dass im Kaufhaus von der Rolltreppe aus eine Landschaft aus Hakenkreuzen zu erkennen ist, darf allerdings bezweifelt werden.
> Die Bild-Zeitung und ihre Leser-Reporter entdecken das Thema 16 Jahre später. Volksaufklärung tut not. Besser spät als nie.
Metrostation
Lille, Frankreich, 2007
Sitzbank der holländischen Agentur Droog-Design aus den 1990ern
Tischmöbel in einem Kaffeehaus im New Yorker Stadtteil Williamsburg, 2004 Buchmesse Peking, 2007
Hakenkreuze ergeben sich aus bestimmten geometrischen Anordnungen, wie die hier gezeigten Beispiele belegen, die im Übrigen den Kategorien > Muster und Mäander bzw. > Territorial-/Sicherheitsarchitektur zugeordnet werden. Dort finden sich weitere Beispiele für das Entstehen von Hakenkreuzen aus geometrischen Anordnungen.
Abfluss, Berlin 2001
auf einer Markise
Bozen, Südtirol, 2005
Dekoration in einem TV-Programm
USA 1997
SAT1-Rateshow 2007
Hakenkreuzähnlicher Schatten
Berlin 2005
Chinatown NYC 2000 Ort, Zeit und Person unbekannt
Dieser im Jahre 1979 im Zentrum der belgischen Kleinstadt Maasmechelen in Hakenkreuzform errichtete Brunnen wurde inzwischen umgebaut. Er wurde im Jahr 2006 entdeckt, im Zuge einer Welle von Entdeckungen hakenkreuzförmiger Strukturen durch die Verwendung der Zvedenborg-Anwendung Google Earth. Diese Anordnung von tatsächlich sechs Gebäuden auf dem Gelände der Naval Amphibious Base auf Coronado Island San Diego USA war die erste Sichtung eines hakenkreuzförmigen Objekts durch die Nutzer der neuen Google-Earth-Applikation im Jahr 2005. Eine entfernt hakenkreuzähnliche Struktur ist in der Anordnung der Start- und Landebahnen auf dem Denver International Airport in Denver Colorado USA zu finden.

weitere > Hakenkreuze am Bau
Hakenkreuz in einer Gärtnerei in Mainz-Gonsenheim. Laut Zvedenborg gehört das Grundstück einem Aktivistenpaar der bundesdeutschen Nazi-Szene. Dies wurde bisher vom Institut jedoch nicht durch eigene Recherche belegt. Das Hakenkreuz im Wald von Zernikow. Das 1938 mit Lärchen in einem Kiefernwald angelegte NS-Symbol wurde im Dezember 2000 gefällt. Nur einzelne Bäume und ein rechter Winkel wurden stehengelassen, weil sie sich auf Privatgrund befinden. Die Identität des Urhebers des vormals etwa 60 mal 60 Meter breiten Vierecks mit dem Hakenkreuz ist unklar. Entweder hatte Rittmeister Hans von Wedel als Waldeigentümer die Idee, oder der damalige Förster Walter Schmidt. Laut Aussage des Revierförsters ist der "Hakenkreuz-Forst" in der Gegend ein Begriff gewesen. Auch in anderen Gegenden des "Deutschen Reiches" sollen in den dreißiger Jahren Hakenkreuze gepflanzt worden sein.

Der Wald bei Zernikow war 1938 eine kahle Fläche. Neben den Kiefern wurden schnell wachsenden Lärchen in Hakenkreuzanordnung gesetzt. Errst 1992 stieß ein Auswerter von Luftbildaufnahmen auf das Hakenkreuz im Wald. Das Foto war im Herbst entstanden, wenn die Lärchen ihre Nadeln gelb-braun färben und sich so von den Kiefern absetzen. Auch im Frühjahr zeigt sich ein Kontrast, wenn der eigentümliche Nadelbaum neue zartgrüne Nadeln austreibt.

Kurz nach der Entdeckung des Kreuzes auf den Luftbildern berichteten die Medien. Die Forstverwaltung schickte daraufhin Holzfäller, um rund 20 Lärchen zu entfernen. Doch die Kontrolle über den Erfolg der Arbeit aus der Luft fehlte. Im Herbst 2000 kreiste wieder ein Flieger über Zernikow erspähte und das Hakenkreuz. Erneut folgten Schlagzeilen, die schließlich zu einem Radikalschnitt führten. Die Förster versicherten, dass die zurückgebliebenen Schneisen kein Symbol mehr ergeben.
Rechts: "Die Schande von Görlitz: Handwerker legen
Hakenkreuz-Pflaster"
April 2006
in Sand geprägtes Hakenkreuz; Herkunft unbekannt in Stein geritztes Hakenkreuz
San Diego, USA 2004
Swastika-(Fylfot)-Stein von Ilkley Moore
Rollhilfe
Berlin 2000
Handrad einer Mühle aus dem
19. Jahrhundert, in einem Museum in Prora, 2002
Mikrochip 2004 alien_descent.jpg Techno-CD-Cover, 1990er Knallfroschpackung, Berlin 1996
Hakenkreuz als Brandzeichen. Wie fragwürdig der Umgang mt der Swastika als "gewöhnlichem" oder "unschuldigem Symbol" sein kann, zeigt sich an der Geschichte dieses kleinen Mädchens und ihres Ponys. Mehr dazu in der Kategorie > Das Hakenkreuz als Glückssymbol. Skateboard, Los Angeles USA, 2004
Seltene Kombinazi aus Schwänzen und Hakenkreuzen (mehr dazu siehe > Verbotene Graffiti – NAZI/Porno) wird in dieser Tätowierung in bisher unerreichter und außergewöhnlicher Qualität gezeigt.
Psychedelische Postkarte aus den 1980ern Geometrische Anordnungen können Swastika ergeben, die – wenn auch nicht zufällig entstanden – doch keine vorsätzlich erzeugten Hakenkreuze sein müssen.
Dieses Muster wurde allerdings absichtlich erzeugt, um ... ja warum eigentlich? Um Benutzer oder Hersteller der X-Box-Spielekonsole als Nazis zu denunzieren? Man weiß es nicht ... Eingereicht 2008, zur Herkunft ist nichts weiter bekannt.
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