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Sim City – "Welthauptstadt GERMANIA"

Die simulierte Stadt ist zum Gebrauch derer, die sie sehen können.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends befindet sich die > Forschungsgruppe Materialermüdung in einer Phase intensiver Hinwendung zur Vergangenheit, in enger Kooperation mit den anderen Disziplinen, bei Versuchen zu einer Simulation des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Die überheblichen Träumereien eines Albert Speer finden sich realisiert an einem Ort wie Gudrun-Ensslin-Stadt (Name fiktiv). In den dortigen Spezialeffekt- oder Trickwerkstätten bauen speziell ausgebildete Fachkräfte an Simulationen einer nie gewesenen "Welthauptstadt Germania".

Links: eine Buntstiftzeichnung Hitlers von 1912 zeigt eine dralle weibliche Germania.
Hitlers Aquarell des Münchner Siegestores von 1913
Der Triumphbogen
Hitler-Skizze des "Triumphbogens" Modell eines "Triumphbogens" für Berlin bzw. "Germania", nach Speer und Hitler. Das Bauwerk war dazu gedacht, den Pariser Arc de Triomphe und das Brandenburger Tor zu übertreffen. CGI-Modell des "Triumphbogens" aus dem Film Fatherland nach dem gleichnamigen Roman von Robert Harris. Im Hintergrund ist das Brandenburger Tor zu sehen. Die Quadriga wurde von dort auf das "Bauwerk" im Vordergrund versetzt, so wie es beim "echten" Modell vorgemacht wurde. Der Film spielt im Jahr 1964, in dem Hitler 75 Jahre alt geworden wäre, hätte er bis dahin gelebt.

Weitere in Fatherland – allerdings mit real existierenden Gebäuden – durchgeführte Simulationen > hier
Die Große Halle des Volkes
Hitler im Monolog: "Die große Halle soll so werden, dass die Peterskirche mit dem Platz davor darin verschwinden kann. [...] Berlin wird einmal die Hauptstadt sein der Welt." Albert Speer dazu: "Das Extreme als der eigentliche deutsche Ausdruck."
Links: Skizze von Speer, 1939: Blick vom Südbahnhof. Durch den Triumphbogen ist die "Große Halle" zu erkennen.
Links: Skizze einer Kuppelhalle von Hitler, um 1925; unten: Größenvergleich "Große Halle", Reichstag und Brandenburger Tor
Links: Der Burj-Turm in Dubai ist für eine Höhe von 1200 Metern auf eine Fertigstellung im Jahr 2010 projektiert. Bereits 2007 ist der Turm mit einer Höhe von 512 Metern das höchste Gebäude der Welt, vier Meter höher als der Taipei 101 in Taiwan. Hier rechts ist die Projektion des Burj einer maßstabgerechten Abbildung der "Großen Halle" gegenübergestellt, die für eine Höhe von
290 Metern geplant war.
Links oben und darunter: Das Originalmodell der "Gro0en Halle des Volkes" im Berliner Atelier Albert Speers

Oben Mitte: Das für den Fim "Der Untergang" (2004) nachgebaute Modell der "Großen Halle des Volkes".

Oben rechts: Im Jahr 2008 ist dieser Nachbau in ein ebenfalls nachgebautes Gesamtodell eingefügt, das die Hauptattraktion in einer Ausstellung mit dem Titel "Mythos Germania" ist, die schräg gegenüber des Denkmals für die ermordeten Juden Europas gezeigt wird, einen Steinwurf entfernt von der Stelle, an der Hitlers Leiche verbrannt wurde.
Oben links: Das Originalmodell im Propagandafilm. Rechts: CGI-Impression aus dem US-TV-Film Fatherland von 1994
Oben links: Eine Germania-Propaganda-Animation der UFA in Farbe. Rechts: Collage aus dem Jahr 2003, die das zur Fußballweltmeisterschaft 2006 erwartete Spektakel des public viewing thematisiert und mit den Massenveranstaltungen der Nazis assoziert. Cola-Dosen auf den Säulen ersetzen Reichsadler.

Links: Ausschnitt aus dem Gesamtmodell des "Neuen Berlin" von 1941. Zu sehen ist die "Nord-Süd-Achse".
Der Begriff "Germania" wird Albert Speer zugeschrieben, da er nur in seinen und nicht in Hitlers Aufzeichnungen auftaucht. Wissenschaftler gehen Hinweisen nach, dass die Anlagen der zu schaffenden Weltreichshauptstadt nach Kriterien einer Geomatik entworfen wurden, die neben Geodäsie, Kartografie, Fotogrammetrie und Informatik auch psychosexuelle und klassisch alchemistische Elemente verwendete.


Germany + kingdom = Germandom (Deutschtum) = German Dome = Deutscher Dom

Der gewaltige Bau war trotz der Funktionszuweisung "Kongresshalle" als Kultraum gedacht. In den Entwürfen Hitlers und Speers tauchen keine "beweglichen" Elemente auf. Weder sind marschierende Kolonnen noch Fahnenschmuck, Beleuchtungselemente oder akustische Komponenten geplant. Die "Große Halle" selbst sollte zu Stein gewordene "Bewegung" sein. In ihr manifestierten sich alle unerfüllten Sehnsüchte Hitlers. Ein idealer Endzustand sollte symbolisiert werden, in dem es keinen Kampf mehr gibt, nachdem der "Arier" den ihm gebührenden führenden Platz in der Welt eingenommen hat.
Das close up (oben) und der simulierte Blick nach unten (rechts) zeigt die Kuppelspitze des Deutschen Doms. Der "Reichsadler" thront nicht mehr auf einem Hakenkreuz, sondern auf dem Erdball. Imaginiert wird die Herrschaft eines Endsiegreiches über die Welt, ein Denkmal, das zwar noch an den "Lichtdom des Kampfes" erinnert, aber nicht mehr einer Chimäre entsprochen hätte, sondern Realität gewesen wäre, ebenso wie der gewonnene Krieg. In der CGI-Simulation Fatherland fehlt dieser Kuppelabschluss. In Film und Roman ist das "Dritte Reich" zwar siegreich aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen, in den die USA allerdings nicht involviert waren, und so herrscht es auch nicht über die ganze Welt. In der Farbcollage von 2003 fehlt diese Figur ebenfalls.
In dem Film Max (2002) wird eine fiktionale Version über das Leben Hitlers nach dem WK1 in München erzählt. Analog der Ablehnung Hitlers durch die Wiener Kunstakademie erfährt der fiktionale Hitler eine Ablehnung seines künstlerischen Schaffens durch den jüdischen Kunsthändler Max Rothman. Oben: Skizzen des Film-Hitlers zu seiner imaginierten futuristischen Welthauptstadt, die sich grundlegend vom Pseudo-Klassizismus der tatsächlichen Entwürfe des echten Hitlers unterscheiden.
Simulakren im Modell der Großen Halle
In der Innenansicht der Großen Halle (oben, Ausschnittvergrößerung rechts daneben) fallen zwei Images auf.

Der zentrale Wandrücksprung mit dem Reichsadler ähnelt verblüffend dem Bild Hitlers (weiter rechts ein Bild Hitlers und ganz rechts eine Überlagerung der beiden Bilder).

Das zweite Image findet sich innerhalb des ersten (Ausschnitt hier rechts). Es ähnelt einer Gestalt, die den Arm zum "Deutschen Gruß" hebt. Zur Verdeutlichung rechts daneben ein Ausschnitt aus einem zeitgenössischen Foto (ganz rechts), das Goebbels in Gesellschaft deutscher Bischöfe zeigt, im Juli 1933, anlässlich der Unterzeichnung des Reichskonkordats.
GERMANIA BERLIN
Das einzige Bauwerk, das im Zuge der Umgestaltung von Berlin nach Germania tatsächlich neu errichtet wurde (1941/42) und bis heute steht, ist der hier links abgebildete Großbelastungskörper, der im Bereich des geplanten Triumphbogens an der Kolonnenbrücke die Tragfähigkeit der brandenburgischen Bodenschichten testen sollte.
GERMANIA Venedig
Der deutsche Pavillon wurde 1909 als Bayerischer Pavillon nach antikisierenden Entwürfen erbaut. 1912 erfolgte die Umbenennung in Padiglione della Germania und manifestierte den Anspruch, offizieller Kulturbeitrag des gesamten Deutschen Reiches zur Biennale zu sein. 1938 wurde der Pavillon umgestaltet, die ionischen Säulen durch vier mächtige Rechteckpfeiler ersetzt, wodurch zur Selbstdarstellung des "Dritten Reichs" ein monumentalerer Eindruck erzeugt wurde.
GERMANIA Porsche
In der Absicht, potentiellen Käufern der Sportwagenmodelle die Möglichkeit zu bieten, zu simulieren, wie so ein Sportwagen wohl in der Auffahrt ihrer Einfamilienhäuser (oder in den Einstellplätzen ihrer Tiefgaragen) aussehen mag, hat die Porsche AG (oder deren US-amerikanische Vertriebsorganisation) ein Zwedenborg-Tool bereitgestellt, mit dem Porsches in Bilder montiert werden können, die nachher aussehen wie Porscheanzeigen. Die Auswahl der Bilder bleibt dem Benutzer des Tools überlassen.

Ganz links: Ein Porsche-Boxter-Modell "fährt" über die "Hauptstraße der Nord-Süd-Achse" Germanias. Links: Ein 911er "parkt" im "Innenhof der Neuen Reichskanzlei".
Gott erlöse Götterlose
Detail eines Entwurfs für ein Mosaik in der "Großen Halle der Simulationen des Zwanzigsten Jahrhunderts", die in Teilen des abgewickelten Innenstadtflughafens Berlin-Tempelhof errichtet worden sein wird.
Entwurf für ein Monument im "Garten des Krieges der Großen Halle der Simulationen des Zwanzigsten Jahrhunderts", einem US-Sherman-tank des WK2 nachempfunden.
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