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Schultheiss in Hamburg

Wir wussten stets, dass es in Hamburg Schultheiss-Ausschänken zumindest gegeben hat. Die erste Sichtung fand dann allerdings nicht bei einem der zahlreichen Besuche in der Hansestadt ... ehm ... statt, sondern vor dem Fernsehgerät, in dem eine Dokumentation über die große Sturmflut des Jahres 1962 lief. In einer Straßenszene, die nur einen Augenblick dauert, sind Schultheiss-Mann und -Schriftzug an einer Hauswand fast nicht zu erkennen und doch für das geschulte Auge des erratischen Dokumentaristen nicht zu übersehen. (hier links, dokumentiert im Jahr 2004)

Damit war die Präzedenz für diese Seite gesetzt: die allermeisten Sichtungen des Schultheiss in Hamburg stammen aus Filmen und Fernsehbeiträgen, die Dokumentation ist also eine überwiegend archäofotokinetische, wodurch sich die Hamburger Seite stark von den anderen Kneipendokumentationsseiten des Schultheiss-Komplexes unterscheidet.

Dennoch wird die Seite den Kneipendokumentationen zugeschlagen und nicht der > Archäofotokinetischen Erfassung des Schultheiss, denn was belegt wird ist ja tatsächlich, dass in der Freien und Hansestadt Hamburg Schultheiss ausgeschenkt wurde.

Die Vergangenheitsform wird hier solange beibehalten, bis eine Kneipe oder ein Ausschank dokumentiert werden kann, in dem aktuell, d.h. zu einem Zeitpunkt nach Einrichtung dieser Seite im Juni 2009, Schultheiss-Bier ausgeschenkt wird.

Links: Eine weitere Sichtung – ebenfalls eine Leuchtreklame an einer Hauswand, ebenfalls aus dem Jahr 1962, doch diesmal in Farbe – findet sich im ersten, dem originalen Mondo-Exploitationfilm Mondo Cane (1962) von Gualtiero Jacopetti. Die Szene stammt aus dem Kapitel Drunken Germans.
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Als nächstes wurde das Schultheiss in Hamburg in der ARD-Reportage Nach Hitler - Rechtsradikale rüsten auf im Jahr 2003 beobachtet. Die infragekommende Aufnahme (hier ganz links) stammt aus dem Jahr 1978.
Der Neonazi Michael Kühnen startet eine Aktion zur Leugnung des Holocaust in einer Hamburger Schultheiss-Kneipe namens Endstation.

Michael Kühnen war schwul. Wir wissen nicht, ob die Endstation eine Schwulenlokalität war und deshalb von Kühnen ausgewählt wurde, um seine Eselskopf-Aktion von dort zu starten, oder wegen des Namens.

Im Jahr 2005 thematisiert der Filmemacher Rosa von Praunheim Nazis und Homosexualität in seinem Film Männer, Helden, schwule Nazis. Der Film zeigt nicht nur die Szene aus dem Jahr 1978 (schwarz-weißes Bild hier links), sondern auch dieselbe Kneipe drei Jahre später (1981), als sie nicht mehr Endstation heißt, sondern Club Can-Can, ein Schwulenlokal. Es ist immer noch eine Schultheiss-Kneipe (ebenso wie die danebengelegen Micky Maus) und Kühnens Nazibande ist immer noch präsent. In diesem Lokal treffen einige Hamburger Nazis einen ihrer Kameraden und locken ihn in die Lüneburger Heide, wo sie ihn umbringen, weil er schwul ist.
Links: Das Clubhaus des Hells Angels MC Hamburg in der Schanzenstraße 32 wird am 11. August 1983 von der Polizei durchsucht. Der Angel Place ist eine Schultheiss-Kneipe.

Archivaufnahme aus der NDR-Sendung 45 Minuten – Die Macht der Rocker, Erstausstrahlung am 1. Juni 2010

Das Bild ganz links stammt aus dem Film Brennende Betten von 1988. Obwohl dieser Film teilweise in Berlin spielt, ist die einzige Schultheiss-Sichtung in einer Szene zu verzeichnen, die in Hamburg gedreht wurde. Zu sehen ist die Kneipe Frau Möller in der Langen Reihe, eine Straße, die nicht auf St. Pauli ist.

Die Kneipe gibt es im Jahr 2009 noch immer, sie ist allerdings keine Schultheiss-Kneipe mehr.
Im "Hotel/Restaurant" Domschänke wird zwar kein Schultheiss (mehr?) ausgeschenkt, jedoch überblicken zwei Schultheiss-Männer von prominenter Stelle aus die Budapester Straße im Hamburger Bezirk St. Pauli.

Mai 2010
Die Aufnahmen der HOTEL-Leuchtreklame hier oben und das Foto hier ganz links sind die wenigen unmittelbar erzeugten Dokumente, die die Anwesenheit des Schultheiss in Hamburg zeigen. Alle anderen sind indirekte, durch Archäofotokinese aus der Vergangenheit geholte Dokumente.

Dennoch zeigen diese wie jene nur die Abwesenheit des Schultheiss. In der Domschänke wird längst keins mehr ausgeschenkt, und das Gebäude an der Thaden- Ecke Lerchenstraße, auf dessen Rückseite eine Fassadenmalerei auf eine Schultheiss-Kneipe namens Goldener Anker verwies, wurde im August 2009 abgerissen.

(Foto ganz links von 2008)

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