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Dossier O3362 / Vesco, Renato

Verdichtung 2104 / Foo Fighter = Kreiselstabilisiertes suction craft (Ansaugflugzeug) mit Flüssiggas-Nuklear-Antrieb (Thor, Luftschwamm, Kugelbiltz oder Feuerball bzw. Feuerkugel sowie > Schildkröte ≠ Foo Fighter)

Zeitraum 201 / Foo Fighters over Europe



Die Erzählung vom Foo Fighter ist ein Mythos. Selbst wenn einzelne Elemente als Fakten dargestellt werden, die Erzählung bleibt ein Mythos. Es gibt keine wie auch immer gearteten Fakten in dieser Erzählung. Das einzige Faktum ist die Existenz der Erzählung selbst, die Existenz des Mythos'.

Hauptproponent der Erzählung vom Foo Fighter ist ein Mann namens "Dr." Renato Vesco, "Luftfahrtingenieur und Fachmann für Staustrahltriebwerke", der zunächst "an der Universität Rom und noch vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland am 'Institut für Luftfahrtentwicklung'" studiert, während des Krieges zusammen mit "deutschen Ingenieuren in geheimen Anlagen der FIAT-Werke am Gardasee gearbeitet und als Undercover-Agent in den 1960er-Jahren für das italienische Luftwaffenministrium das UFO-Geheimnis erforscht" haben soll.

Schon die Person Renato Vescos ist Teil der mythischen Erzählung. Vesco wurde 1924 in der kleinen norditalienischen Stadt Arona geboren. Zu Beginn des WK2 war er also 14 oder höchstens 15 Jahre alt. Unwahrscheinlich, dass er vor dem Krieg sowohl in Rom als auch in Deutschland studierte, geschweige denn an beiden Orten, es sei denn, er wäre eine Art Wunderkind gewesen. Tatsächlich gibt es bis heute keine Hinweise auf die eigentliche Ausbildung Renato Vescos, auch nicht auf den von ihm selbst beanspruchten Titel eines Luftfahrtingenieurs.

Vesco arbeitete auch nicht mit irgendwelchen deutschen Kräften am Gardasee. Seinen eigenen Aussagen nach kam er dieser Darstellung immerhin etwas nahe, als er ein 50-seitiges Papier bei einer Dienststelle der deutschen Luftwaffe in Gallarata einreichte, in dem er einen schnellen strahlgetriebenen Stratosphärenjäger vorschlug. Sein Vorschlag wurde niemals mit einer Antwort bedacht.

Zu seinen weiteren militärisch-konstruktivistischen Aktivitäten ist bekannt, dass er sich 1943, kurz vor der italienischen Kapitulation, zur Milizia Volontaria per la Sicurezza Nazionale, einer Freiwilligenmiliz, meldete. Nach dem 23. September 1943 war Vesco Angehöriger der Aeronautica Nazionale Repubblicana, der Luftwaffe des faschistischen Rumpfstaates Salo von deutschen Gnaden, wo er als Schreiber diente. Nach dem Krieg war er bis 1947 als einfacher Soldat der italienischen Militärluftfahrt auf dem Flugfeld Galatina nahe Lecce in Süditalien stationiert.

Zwischen 1956 und den frühen 1960er-Jahren fuhr Vesco als Maschinist auf verschiedenen Handelsschiffen zur See, unter anderem bis nach den USA. Mitte der 1960er zog er sich zurück und lebte in relativer Abgeschiedenheit in Genua, wo er 1999 starb.

Das ist die Geschichte des Renato Vesco. Wie kommt es nun, dass fast jeder, der die Existenz des Nazi-UFOs und vorneweg des sogenannten Foo Fighters behauptet, sich auf Renato Vesco bezieht und diesen dabei mit immer beeindruckenderen Referenzen ausstattet?

Die Genese der Karriere Renato Vescos, die vom Schreibtisch in einer Baracke auf einem staubigen Feldflugplatz an die Zeichenbretter hochgeheimer UFO-Technologie führte, steht exemplarisch für die Art und Weise, in der die Promoter apokrypher Texte über das Nazi-UFO voneinander abschreiben und wechselseitig ihr Material recyceln.

Vesco, der zwischen 1968 und 1972 drei Bücher zum Thema UFO veröffentlichte, wird in einem Artikel des russsischen Nastoyashchiy Saratov zu einem "berühmten Forscher" zum Thema "Antarktische Geheimnisse des Dritten Reichs", was an sich schon ein Mysterium für denjenigen darstellt, der Vesco tatsächlich gelesen hat und weiß, mit welcher Verachtung sich dieser über die Idee verbreitet, "Überlebende Nazis des Dritten Reiches" hätten sich "in die Antarktis geflüchtet und dort ihre 'Geheimwaffen' weiterentwickelt".

Der Artikel des russischen Herrenmagazins vom 18. November 2002 ist ein Paradebeispiel für einen vollkommen faktenfreien Boulevard"journalismus", eine wilde Mischung aus allem, was die UFO-Mythologie hergibt: abgestürzte alien-Raumschiffe, unterirdische Städten in der Antarktis, nicht einmal die Kristallschädel aus den mittelamerikanischen Regenwäldern fehlen. Wie dem auch sei – aus irgendeinem Grund fand dieser Unsinn Eingang in eine der unstrittig bekannteren und auch angeseheneren Quellen für Nachrichten aus Russland, in die Onlineausgabe der Prawda (= Wahrheit). Obwohl seit September 2005 von der russischsprachigen Seite verschwunden, ist der Artikel im April 2009 in der englischsprachigen Ausgabe noch immer online und seitdem > hier gespiegelt.

Aufgrund dieser Veröffentlichung, und nicht so sehr wegen seiner Bücher (auf die wir später noch ausführlich zu sprechen kommen werden), gilt Renato Vesco als einer der "führenden Forscher" auf dem Gebiet des Nazi-UFO. Der unermüdliche Robert Dale Arndt Jr. behandelt Vesco als Quelle echter Information, u.a. auf einer > Wikipedia-Diskurs-Seite, die erfreulicherweise auch von Menschen frequentiert wird, deren Wahrnehmung nicht vollständig von der Anderswelt gefangen gehalten wird.

Die "Grundlagenforschung" zum Thema NSUFO wird in aller Regel von US-amerikanischen Autoren betrieben, die keinerlei Beschränkung hinsichtlich historischer Korrektheit oder politischer Propaganda unterliegen. Zudem ist Englisch die Sprache, die eigentlich überall verstanden, gelesen und gesprochen wird. Auf diese Weise geraten die Produkte US-amerikanischer Autoren zu kanonischen Werken einer fantastischen Literatur, die sich als eine historische versteht, und auf die sich immer wieder bezogen werden kann. Schließlich steht geschrieben, was geschrieben steht, und wer eh wie selbstverständlich seinem "eigenen" Glauben und Wissenwollen eherne Gültigkeit zuschreibt, der gibt einer einfachen und scheinbar wissenschaftlichen Rückbestätigung noch der absurdesten Szenarien den Vorrang vor einem kritischen Quellenstudium. Mal ganz abgesehen von der Frage, ob solch Eigengläubige überhaupt in der Lage sind, die intellektuelle Disziplin aufzubringen oder über die geistige Leistungsfähigkeit verfügen, die ein solches Studium erfordert.

Auch der Autor eines der jüngeren Werke (Hitler's Flying Saucers. A Guide to German Flying Discs of the Second World War), die sich "grundsätzlich" und affirmativ mit dem NSUFO-Komplex "auseinandersetzen", Henry Stephens, führt Renato Vesco als einen Kronzeugen an, der zu jenen gehört, die "zu der Zeit einen guten Grund hatten, über die deutschen Untertassen bescheid zu wissen".

Ein weiterer Multiplikator der Story ist der selbsternannte "dissidente Wissenschaftler" Wladimir Terziski, der die US-amerikanische UFO-Gemeinde in Radio-Talkshows und in Seminaren darüber aufklärt, dass Vesco "über die deutschen Flugscheiben so genau bescheid weiß, weil er an ihrer Entwicklung direkt beteiligt war." Terziski geht soweit, Vesco als den "italienischen Wernher von Braun" zu besprechen, der als "Forschungswissenschaftler während es Krieges verantwortlich für das Weltraumprogramm der italienischen Luftwaffe war".

Es ist ein schwer fassbarer Autor des Namens Al Pinto, der den am Beginn dieses Dossiers zitierten Lebenslauf Vescos publizierte, wohl in der Absicht, dem Renato Vesco bezweiflungsfreie Kompetenz zu attestieren in Bezug auf dessen Veröffentlichungen, an denen sich Pinto für sein eigenes Ouvre reichlich bedient. Hier nochmal Pintos Fassung von Vescos Lebenslauf: "Dr. Renato Vesco ist ein zugelasser (sic!) Luftfahrtingenieur und Fachmann für die Entwicklung von Staustrahltriebwerken. Er besuchte die Universität Rom und studierte, noch vor dem WK2, in Deutschland am 'Institut für Luftentwicklung'. Während des Krieges arbeitet Vesco zusammen mit deutschen Ingenieuren in den geheimen Anlagen der FIAT-Werke am Gardasee in Italien. In den 1960er arbeitete er als technischer Undercover-Agent für das italienische Luftwaffenministrium, um das UFO-Geheimnis zu erforschen".

Es ist nicht weiter staunenswert, dass die Inhalte von Al Pintos Einlassungen zum Thema, als "heilige Texte" im Internet verbreitet, aus einer Science-Ficion-Erzählung aus dem Jahr 1980 stammen, die den Titel Genesis trägt und von dem Autor William Allen Harbinson geschrieben wurde. In einem späteren Titel Harbinsons, dem "nicht-fiktionalen" Project UFO. The Case for Man-Made Flying Saucers von 1996, findet sich denn auch der folgende, etwas ausführlicher formulierte Lebenslauf: "Renato Vesco war ein Flugzeugingenieur, spezialisiert auf Luftfahrt- und Staustrahltriebwerks-entwickungen. Vor dem Zweiten Weltkrieg an der Universität Rom ausgebildet, studierte er dann Luftfahrtkonstruktion am deutschen 'Institut für Luftfahrtentwicklung'. Während des Krieges war er abkommandiert, um mit den Deutschen in den gewaltigen unterirdischen Einrichtungen der FIAT-Werke am Gardasee zu arbeiten, in der Nähe von Limone in Norditalien, wo er an der Entwicklung von Fluggeräten mitwirkte, die in den Hermann-Göring-Werken an der Riva del Garda getestet wurden. Nach dem Krieg, in den 1960ern, arbeitete Vesco für das italienische Luftwaffenministrium, um das UFO-Phänomen zu erforschen".

Harbinson bemerkt zu den Recherchen, die er im Rahmen der Vorbereitungen zu seinem Buch unternahm: "Von Beginn an wollte ich die Vorurteile und Missinformationen jener vermeiden, die ein klares Interesse an solchen haben. Dies versuchte ich dadurch zu erreichen, indem ich beispiellose Schritte unternahm und in meinen Recherchen nicht auf die bekannte UFO-Organisationen oder auf einzelne UFOlogen zurückgriff. (...) Stattdessen konzentrierte ich mich auf die Literatur und versuchte, die Spreu vom Weizen zu trennen und mich dabei nur auf mein eigenes Urteilsvermögen zu verlassen". Bedenkt man, dass – wie Harbinson schreibt – sein Interesse am Fall der sogenannten Nazi-UFOs durch die Lektüre einiger Artikel in sich ungeniert gebenden Neonazi-Publikationen geweckt wurde, so ist es fraglich, ob es ihm gelungen ist, sich von den "Vorurteile(n) und Missinformationen jener" freizumachen, "die ein klares Interesse an solchen haben".

Die "Literatur" jedenfalls, auf die sich Harbinson bezüglich Vescos Qualifikationen bezieht, ist offenbar der Beitrag The Truth about Flying Saucers des Autors John Ashton, veröffentlicht im August 1969 in einer Ausgabe des Herrenmagazins Argosy: "Renato Vesco ist ein voll zugelassener Flugzeugingenieur und Spezialist für Luftfahrt- und Staustrahltriebwerksentwickungen. Er studierte an der Universität Rom ausgebildet, und – noch vor dem Zweiten Weltkrieg – am 'Deutschen Institut für Luftfahrt-entwicklung'. Während des Krieges arbeitete er mit den Deutschen in den geheimen Einrichtungen der FIAT-Werke am Gardasee. Im Moment arbeitet er als technischer Geheimagent für das italienische Luftwaffenministrium, für das er seit 18 Jahren das UFO-Mysterium erforscht."

Diesen Argosy-Artikel hat Harbinson nicht in seiner langen Quellenliste verzeichnet. Stattdessen finden sich in der Liste die erste Veröffentlichung Vescos (Intercettateli Senza Sparare von 1968) sowie deren bis dahin veröffentlichten englischen Übersetzungen von 1971 (Intercept – but don't shoot: The True Story of the Flying Saucers sowie Intercept UFO: The True Story of the Flying Saucers!) Allerdings findet sich in keiner der angeführten Publikationen irgendetwas, dass die von Ashton bis Pinto verbreiteten "Fakten" über Vescos Werdegang auch nur entfernt stützt. Lediglich eine kurze Beschreibung auf dem Rückumschlag von Intercept – but don't shoot beschreibt Vesco als "bedeutenden Studenten luftfahrtlicher Problematiken, der Leiter der technischen Abteilung der talienischen Luftwaffe und Senior-Mitglied der Italienischen Aeronautischen Vereinigung war".

So speist sich alle Renato Vesco in "seiner" Vita zugeschriebene Autorität allein aus dem Artikel des Herrenmagazins Argosy.
Variationen der Ursprungsgeschichte

Renato Vescos Interesse für das UFO begann mit der Berichterstattung der europäischen Presse über das Phänomen. Am Ende der 1940er und zu Beginn der 1950er Jahre berichtete auch die seriöse Presse darüber. Die Angelegenheit war noch neu und zu wenig anrüchig, um sie dem Boulevard oder der sogenannten yellow press zu überlassen. Von Überlegungen, die Herkunft der UFOs auf fremden Planeten zu suchen, hielt Vesco nichts, er nannte das "delirierendes Gequatsche". Mit den Anfang der 1950er in Italien von > Giuseppe Belluzzo vorgebrachten Behauptungen, Italiener und Deutsche hätten während des Krieges Flugscheiben gebaut, konnte Renato Vesco allerdings etwas anfangen. Er war davon überzeugt, dass die Engländer in Kanada diese Flugscheiben nach Plänen deutscher Entwickler bauten. Diese Überzeugungen wurden gestützt durch Berichte über wirkliche Versuche, die von der kanadischen Firma A. V. Roe mit dem VZ-9 Avrocar durchgeführt wurden. Am 26. April 1953 berichtete die Welt am Sonntag über die Behauptungen eines gewissen Georg Klein, dass die erste deutsche Flugscheibe 1945 in Prag geflogen sei.

Woher nahm Vesco, der doch sicher nicht mit im Bombenflugzeug gesessen hatte, seine Informationen?

Im Gegensatz zu der Behauptung, die auf dem Rückumschlag Intercept UFO: The True Story of the Flying Saucers! steht, hat Renato Vesco seine Quellen im Buch nicht angemessen dargelegt. Immerhin: Der italienische Journalist Maurizio Verga, der Vesco mehrfach interviewte und die Ergebnisse unter dem Titel Renato Vesco: A Life for an Idea veröffentlichte, berichtet von Aussagen Vescos, in denen dieser sich auf Berichte militärischer und anderer Geheimdienststellen, hauptsächlich aus britischen Archiven, BIOS- und CIOS-Berichte aus der Zeit zwischen 1945 und 1947, sowie auf Aussagen nicht näher identifizierter "wichtiger Personen" bezieht, Personen, deren Namen Vesco nicht nennen will, obwohl sie "vermutlich schon längst tot seien".

Vesco war es gelungen, aus diesen "Quellen" einige bemerkenswert detaillierte Berichte über Begegnungen mit den rot- oder orange-leuchtenden Feuerkugeln zu produzieren. Er reicherte seine Haupthese, die seit 1947 "gesichteten" UFOs seien von Engländern fabrizierte Flugzeuge nach deutschen Plänen, mit der Einführung hypothetischer Flugscheibenmodelle an: dem Kugelblitz und der Feuerkugel. Damit verlieh er der noch recht unscharfen Vorstellung der glühenden Feuerbällen etwas Kontur.

Vesco ging soweit, diesen Berichten detaillierte Transkripte angeblicher Funksprechkommunikationen der Piloten und anderem "beteiligten Personal" beizugeben. Besonders diese "Transkripte" nun überzeugen keineswegs als besonders glaubwürdige Wiedergabe von Statements militärischen Personals, die – vergleicht man tatsächlich vorliegende Berichte – meist knapp und auf-den-Punkt-gebracht vorgetragen, und nicht – wie bei Vesco – in einer Art Drehbuchsprache verfasst sind.

"Der Zwischenfall begann um 2200h am 23. November 1944. Leutnant Edward Schlueter von der 415. Night Fighter Squadron aus Dijon flog seine schwere Maschine Richtung Mainz. Nachdem er ein weites Ausweichmanöver entlang des nördlichen Schgwarzwaldes geflogen war, folgte er dem langen Band des Rheins. Etwa 20 Meilen vor Straßburg sah Leutnant Fred Ringwald, ein Luftwaffen-Aufklärungsoffizier, der als Beobachter an Bord war, aus dem Seitenfenster des abgedunkelten Cockpits und bemerkte in einiger Entfernung etwa zehn kleine rötliche Feuerkugeln, die mit beachtlicher Geschwindigkeit und in Formation flogen.

'Ich frage mich, was das da drüben über den Hügeln für Lichter sind', sagte Rinwald zu Schlueter.

'Wahrscheinlich Sterne', antwortete der Pilot.

'Ich denke nicht.'

'Sind Sie sicher, dass es nicht eine Reflektion von uns selbst ist?'

‘Bin sicher.'

verwirrt starrte der Pilot auf die Lichter, die sich nun schnell seinem Flugzeug näherten. Sofort rief er die ameriknische Bodenradarstation.

'Da draußen sind ungefähr zehn Heini-Nachtjäger unterwegs. Sieht aus, als ob sie uns jagen, mit hoher Geschwindigkeit.'

'Ihr müsst verrückt sein', antwortete die Radarstation. 'Da oben ist niemand außer euch.'

Der Radarbeobachter der Flugzeugs, Leutnant Donald J. Meiers, versuchte, die Feuerbälle auf dem Bordradar auszumachen, doch obwohl er die gesamte Umgebung absuchte, gab es keine Anzeichen feindlicher Flugzeuge: 'Sicher, da sind keine Flugzeuge auf dem Schirm. Aber diese roten Lichter ...'

Tatsächlich bleibt zu vermuten, dass Vesco seine Informationen aus zeitgenössischen Magazinen und anderen öffentlich zugänglichen Quellen, etwa den sogenannten "Sachbüchern" des Science-Fiction-Genres, bezogen hat. So schreibt Vesco, wie der "ehemalige Kriegskorrespondent R. Palmer" davon berichtet, wie einer der Foo Fighter einem amerikanischen Flugzeug mehrere Meilen weit über das Rheintal verfolgt hat.

Der Name "R. Palmer" ist nicht gerade selten, und er kann auch nicht genau zugeordnet werden. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass es sich um Ray Palmer handelt, den Herausgeber des Science-Fiction-Magazins Amazing Stories von 1938 bis 1949, dessen Magazin schon frühzeitig die Geschichte der Feuerbälle aufgegriffen hatte, die angeblich von Bomberpiloten über Deutschland beobachtet worden waren.

Fast genau die gleiche Geschichte, die Vesco wiedergegeben hatte, stand bereits 1. Januar 1945 in der Tageszeitung Charlotte Observer, wiedergegeben nach einem Bericht des AP-Korrespondenten Robert Wilson.

"Am 27. November 1944 begegnete ein B-27-Bomber, der von einem Angriff auf Speyer in Südwestdeutschland zurückkehrte, einem großen, orangefarbenem Licht, das sich aufwärts bewegte, mit einer Geschwindigkeit von 500 Meilen/h. Auf die Meldung der Piloten berichtete das Sektorenradar, dass auf dem Schirm nichts zu sehen war."

Jedoch: Weder in der Geschichtsschreibung der Stadt Speyer noch in den Unterlagen der US-Luftwaffe finden sich Hinweise auf Angriffe auf Speyer, die am 27. November 1944 erfolgt sein sollen. Auch einen B-27-Bomber hat es nicht gegeben. Die Bezeichnung B-27 war für eine Weiterentwicklung des B-26-Bombers vorgesehen, die allerdings nie realisiert wurde.

In seinem ersten Buch Intercettateli Senza Sparare (1968) beschreibt Vesco das "offizielle" Auftauchen des Foo Fighters, wie er "in einem offiziellen Einsatzreport" beschrieben wird: "Am 27. November 1944 sahen zwei Piloten, Henry Giblin und Walter Cleary, in der Nähe von Speyer ein enormes orange-glühendes Licht. Es bewegte sich ungefähr 250 (sic!) Meilen/h schnell und in einer Entfernung von 1500 Fuß über ihrem Kampfflugzeug. Die Radarstation in diesem Sektor funkte etwas wie 'Ihr seid verrückt', als die Piloten sich nach der Anwesenheit dieser Bedrohung erkundigten."

Fast genau der gleiche Bericht steht in einem Artikel von Jo Chamberlain, in der Dezemberausgabe von 1945 des American-Legion-Magazins. Es gibt jedoch einige wichtige Unterschiede in diesen Texten. Im Chamberlain-Artikel steht außerdem, dass "die Piloten später sagten, sie hätten vermutlich etwas gegessen, das sich nicht mit ihnen vertragen hätte" und dass sie "sich nicht beeilt hätten, die Lichter zu melden", was bei Vesco nicht vorkommt, der schreibt, die "Piloten hätten sofort einen detaillierten Bericht eingereicht". Vesco schreibt, "das Radar zeigte sofort Fehlfunktionen", eine Feststellung, die in Chamberlains Artikel fehlt.
Das bekannteste Foto sogenannter Foo Fighter, im Umlauf seit den 1960er Jahren. Die Flugzeuge werden gerne als RAF Westland Lysander identifiziert, was die Verortung im Luftraum über Europa erleichtert, eine Voraussetzung, um die Behauptung der Foo Fighter als reichsdeutsche Geheimwaffe zu stützen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um japanische Kampfflugzeuge vom Typ Tachikawa Ki 34 (siehe Typenvergleich unten), was die Herkunft dieser Aufnahme auf den pazifischen Kriegsschauplatz verlegt. Bei den vermeintlichen Foo Fighters handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Detonationen amerikanischer Flak-Granaten.
Typenvergleich anhand zweier Risszeichnungen und zweier Schattenrisse – oben: Tachikawa Ki 34, unten: Westland Lysander. Obwohl sich die Flugzeugtypen sehr ähnlich sehen, lässt sich anhand der Form des Seitenleitwerks und der Positon des Spornrades erkennen, dass es sich auf dem Bild oben nicht um Maschinen des Typs Lysander handelt. Der wichtigste Unterschied jedoch ist: Die Lysander ist ein Hochdecker.
In dieser Computergrafik werden Foo Fighter als Begleiter deutscher Sturzkampfbomber dargestellt, eine schöne Fantasie, die nicht einmal der Ursprungsgeschichte entspricht, in welcher die Leuchtkugeln aus dem Nichts auftauchten und alliierte Bomber "angriffen", indem sie deren elektrische System lahmlegten oder störten.
Das "Fluggerät" Schildkröte wird häufig als Foo Fighter bezeichnet, also als Darstellung der wirklichen Gestalt der leuchtenden Feuerkugeln. Worum es sich bei der Schildkröte tatsächlich handelt, ist allerdings kein Geheimnis und wird > hier dargestellt.
Titelblatt der Ausgabe des Argosy-Magazins, in dem die Lebensgeschichte des "Erfinders" der Foo Fighter, Renato Vesco, veröffenlicht wurde.
> Foo Fighter (nach oben)
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> Raumzeit 33 / Expeditionen
> Raumzeit 1 / "Noch fließt der alte Brunnen."
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> Verdichtung 2 / Jenseitsflugmaschine

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