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Dossier O 3202

Zwerge



In der internationalen Gemeinde der die > Alien-Rassen beforschenden Wissenschaftler herrscht allgemein Dissenz, wer (oder was) als die eigentliche Zwergenrasse zu bezeichnen ist. Einig ist man sich lediglich, dass Zwerge kleiner als Menschen, nicht jedoch darüber, ob sie "darüberhinaus" auch menschenähnlich sind.

Bei kleinwüchsigen Menschen kann generell unterschieden werden zwischen solchen, die kleiner als ein gewöhnlich großer Mensch sind, in ihren Proportionen aber einem solchen entsprechen (wie etwa die Liliputaner aus dem Roman von Jonathan Swift), und kleinwüchsigen Menschen, deren Proportionen von denen eines gewöhnlich großen Menschen abweichen, die also etwa einen im Verhältnis zum restlichen Körper größeren Kopf haben.

In der Klassifizierung zwerghafter aliens hilft eine solche Unterscheidung nicht weiter. Die Verwirrung wird noch dadurch gesteigert, dass zahlreiche Bewohner der > Anderswelt, etwa gewisse > Körperlose, in ihren Erscheinungen als zwergische Außerirdische erkannt werden, obwohl sie nicht von anderen Planeten oder Sternsystemen stammen, sondern auf der Erde heimisch sind, in einem von unserem Wachbewusstsein verschiedenen Kontinuum zwar, aber dennoch. Auch muss eine kategorische Vermischung von Alben, also > Elfen und Zwergen angenommen werden. Zudem werden Zwerge oft mit Heinzelmännchen (tomtegubbar) oder Bergtrollen vermischt und verwechselt, oder auch mit Gnomen, wobei der Begriff Gnom im 16. Jahrhundert von dem Arzt und Naturforscher > Paracelsus geschaffen wurde. Welche Vorstellung dem zugrunde liegt, ist nicht bekannt.

Die klassische Zwergenfigur, wie sie als Gartenzwerg in Schrebergartenkolonien und auf Campingplätzen lebendig ist, geht zurück auf Märchen und Volksmythologien des ausgehenden Mittelalters sowie auf Novellen und Belletristiken der deutschen Romantik. Bis heute sind die Sammlung von Volksmärchen durch Jakob und Wilhelm Grimm und die darin dargestellten Zwergenmotive prägend, und zwar global, und – rekurierend darauf – neuzeitliche Rezeptionen des 20. Jahrhunderts, etwa die Zeichentrickfilm-Adaption des Grimmschen Märchens Schneewittchen und die sieben Zwerge durch > Walt Disney. In der modernen Fantasy-Literatur nehmen Zwerge ebenfalls einen festen Platz ein.

Die germanischen Wörter für 'Zwerg' (ahd. twerg, mhd. twerc / querh m. n., zwerc, as. gidwerg n., an. dvergr, ae. dweorg, afr. dwerch, schw. dvärg, norw. dverg, dän. dværg, nl. dwerg, engl. dwarf) weisen auf die urgermanische Vorform dwergaz hin. Eine etymologische Anknüpfung ist aber unsicher. Vielleicht steht es im Zusammenhang mit dem Verb trügen ('Trugwesen'), vgl. ahd. gidrog ('Gespenst'), auch altind. dhvaras ('dämonisches Wesen'). Manche Zwerge haben Namen, die darauf hinweisen, dass sie ursprünglich Totendämonen waren, zum Beispiel Nár ('Leiche'), Bláinn ('blau' symbolisiert die Farbe des Todes), Dáinn ('Tod'). Manche Zwerge spielen wichtige kosmologische Rollen, sie steuern Mondphasen oder tragen – wie Norri, Suri, Austri und Vestri – den aus Ymirs Schädel gebildeten Himmel.

Über den Ursprung der Zwerge gibt es in den Texten der Edda unterschiedliche Aussagen. In der Völuspá wird die Erschaffung der Zwerge aus dem Blut des Riesen Brimir und den Knochen des Riesen Bláinn im Rahmen einer allgemeinen Kosmogonie dargestellt.

Snorri dagegen berichtet, dass die Zwerge Maden im Fleisch des Urriesen Ymir waren, die von den Göttern mit Verstand ausgestattet wurden. Er setzt sie mit einer Untergruppe der Alben, namentlich den Schwarzalben (svartálfar), gleich, also den Elfen zugehörig. Dass man sich Zwerge ursprünglich als besonders klein vorstellte, ist nicht belegt. Erst in den nordischen Sagas werden Zwerge allgemein als kleine, hässliche Wesen mit langen Nasen und Bart sowie schmutzig brauner Hautfarbe beschrieben. Charakteristischer ist ihre Weisheit. Sie gelten als schlau und zauberkundig, listig oder bisweilen arglistig. In den deutschen Alpen, am Untersberg, treffen einsame und späte Wanderer auf die kleinen Wesen und werden von diesen in den Berg gelockt, wo sie nach Prüfung ihres Charakters entweder reich belohnt oder in die Irre – und manchmal in den Tod – geschickt werden.

Zwerge lieben Prunk, sie schmücken ihre Höhlen. Sie schaffen riesige unterirdische Säle, beleuchten Goldadern in den Bergen und lassen diese sich in den Höhlenseen widerspiegeln. Die Überlieferung schreibt den Zwergen übermenschliche Kraft und Macht zu. Zwerge üben ein altes Handwerk aus. Da sie unter der Erde, in Bergen und Felsen leben, betreiben sie Bergbau. Ihr Interesse für Schmuck und die ständige Jagd nach Edelmetallen haben sie zu Meistern der Schmiedekunst werden lassen. Ihre Zauberkraft, die Macht über die verborgenen Kräfte der Natur äußert sich in ihrer überlegenen Kunstfertigkeit. Die Zwerge arbeiteten auch mit Holz oder Metall, ihre handwerkliche Kunst wird von keinem anderen Wesen übertroffen. Sie sind außerdem poetisch und romantisch, doch gleichfalls barsch und kurzangebunden. Sie statten nicht nur Menschen und Elfen mit kostbaren Waffen und Werkzeugen aus, sondern schmieden gar für die Götter die kostbarsten Kleinode. So fertigten die Zwerge für Odin den Speer Gungnir und für Heimdall den Goldring Draupnir. Thor erhielt den Hammer Mjöllnir, für Freyr schufen sie das Schiff Skíblanir, für Sif das goldene Haar, für Freya das Halsband Brísingamen. Sie schufen die Fessel Gleipnir für den Fenriswolf sowie den Eber Hildisvíni. In ihrer Eigenschaft als Meisterschmiede treten sie in vielen Sagen des Altertums auf. Ein von Zwergen gefertigter magischer Gegenstand ist die Tarnkappe, ein magischer Hut (Zwergenhut oder hulishjálmr), manchmal auch ein Mantel, der unsichtbar machen kann. Einen solchen Mantel stiehlt der Drachentöter Siegfried dem Zwergenkönig Alberich und gelangt so an den Schatz der Nibelungen. Alberich entspricht dem nordischen Andvari oder dem mittelhochdeutschen Ortnit, und wird schießlich als Oberon in den Kreis der Sagen um König Artus aufgenommen, wo er allerdings zum Elfenkönig mutiert. Davon abgewandelt existieren literarische Figuren, die bekannteste in Richard Wagners Der Ring des Nibelungen, wo Alberich einen tyrannischen Zwergenkönig aus dem Geschlecht der Schwarzalben, der Nibelungen, verkörpert. In das Bild des tüchtigen Handwerkers und Bergbewohners fügt sich das Bild von Bergleuten und Bewachern von Schätzen.

Die tatsächliche Herkunft der Zwerge geht vermutlich auf eine mutative Parallelentwicklung zurück, die in der sehr frühen Menschheitsgeschichte geschah und in deren Folge sich Kolonien Kleinwüchsiger bildeten, die sich, um der unbarmherzigen Verfolgung durch die gewöhnlich großen Menschen, welche sich vor allem, was anders als sie selbst war, fürchteten, zu entgehen, in die weitläufige und von Menschen gemiedene Unter- oder Hohlwelt zurückzogen. Auf diese Weise wurden Zwerge zu Repräsentanten der geheimnisvollen Naturkräfte im Inneren der Erde. In der Alvíssmál bringt Thor den Zwerg Allvis dazu, sein großes kosmologisches Wissen preiszugeben; als die Sonne aufgeht, erstarrt dieser zu Stein. Anderen Erzählungen nach scheinen die Zwerge allerdings unempfindlich gegen Sonnenstrahlen zu sein.

Hauptsiedlungsgebiete der Zwerge sind die nordischen Gebirgslandschaften, die deutschen Mittelgebirge und die Alpen. Es gibt allerdings entsprechende Berichte aus dem nördlichen Kalifornien, aus Südost-Arizona bzw. Südwest-Neu-Mexico. Spekulationen, dass es sich bei den zwergähnlichen Wesen, von denen in Verbindung mit Entführungen die Rede ist, um Zwerge wie die hier oben beschriebenen handelt, werden von den Analytikern des EIB zurückgewiesen. Es ist wahrscheinlicher, dass es sich dabei um eine saurierartige Abart der > grauen Aliens handelt. Weiter wird ausgeschlossen, dass Zwerge Flugscheibentechnologie bzw. die Fähigkeit zu interplanetarischen Reisen entwickelt zu haben.


> dropas

> Sandmann
FBI-Beamte begleiten einen kleinen > Grauen irgendwohin.
Zwergenkönig Alberich, Andvari, Ortnit oder Oberon
Die Equivokation von Zwergen mit > aliens (vulgo: kleinen grünen Männchen) ist so falsch nicht. Der Zwerg ist dem > Menschen zunächst tatsächlich gänzlich fremd (alien). Und wenn auch der Mensch das Zwergenwesen kennenlernen mag, so ist doch nicht gewährleistet, dass aus dieser Näherung ein freundschaftlicher Umgang folgt.
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