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Transferenz


Die wissenschaftliche Entwicklung in ihrer Gesamtheit lässt den Schluss zu:
Die Welt wird zwangsläufig immer seltsamer.

Die Wissenschaft kann nicht ohne Ideen existieren. Ideen entstehen in den Köpfen der Wissenschaftler als Ergebnis von Analyse und Verallgemeinerung. Ideen entstehen als geniale Vermutungen oder kühne Annahme, deren Behauptung allgemeine Aufmerksamkeit erweckt, oder sie werden tief im theoretischen Denken geboren. Setzt sich eine solche Idee durch, führt sie letztlich zu ihrer Umsetzung und Realisierung grandioser wissenschaftlich-technischer Werke. Andere, universelle philosophisch-methodologische Ideen haben wesentliche Bedeutung für die Naturwissenschaften in ihrer Gesamtheit, sie steuern den Prozess der Wissenschafts-Entwicklung, lenken das Denken in bestimmte Richtungen und helfen, Untersuchungsergebnisse zu deuten und neue Wege der Erkenntnis zu bahnen.

Zu den interessanteren Ideen gehört zweifellos der Gedanke, dass die Welt immer seltsamer wird. Dahinter steht das Prinzip, dass die Forschung ständig bestrebt sein muss, das hinter dem Äußeren versteckte tatsächliche Wesen der Erscheinungen und die hemmend-hypnotische Wirkung von gewohnten Vorstellungen zu überwinden. Die Wissenschaften sind nicht nur die Gesamtheit der vorliegenden Kenntnisse. Vor allem sorgen sie für eine ständige Zunahme oder Vermehrung dieses Wissens. Der Gedanke, dass die Welt zwangsläufig immer seltsamer wird, hat sich mit der Entwicklung der Wissenschaften gewandelt, zieht sich aber wie ein roter Faden durch die Geschichte von Physik und Astronomie. Am deutlichsten tritt dieser Gedanke in der Erratik zutage.

Manche dieser Ideen bilden die Grundlagen für neue, fundamentale Theorien. So wurde Einsteins Idee von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und ihrer Unabhängigkeit vom Charakter der Bewegung des Bezugssystems zum Fundament der Relativitätstheorie. Max Plancks Idee, nach welcher Energie in bestimmten diskreten Portionen freigesetzt wird, führte zur Entwicklung der Quantenphysik.
Das Bild des Kosmos hat eine qualitative Veränderung erfahren. Während sich die Forschung früher das Weltall als statisch oder quasistatisch vorstellte, hat sich der Schwerpunkt inzwischen verlagert auf die Untersuchung nichtstationärer Prozesse. Es gelingt tatsächlich, einen charakteristischen Grundzug zu erkennen, ein seltsam steigendes Aufkommen überraschender Gedanken, unerhörter Dynamik, neuen Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten zumeist dort, wo sich wütende physikalische Prozesse abspielen. Schließlich kommt es zu einigen wahrhaft prophetischen Gedanken, die im wesentlichen alle nur eines sagen: dass im gesamten Universum, auf buchstäblich allen Existenzniveaus von Materie, vielfältige Erscheinungen nichtstationären Charakters eine bedeutende Rolle spielen. Die aus diesen Untersuchungen resultierenden Erkenntnisse lassen sich zusammenfassen in dem Satz: Die Welt wird zwangsläufig immer seltsamer.
Spiegelfotografie random – Im Rückspiegel eines Automobils fotografierter Hochspannungsmast
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